Hinweis ab 18 Jahren: Dieser Beitrag richtet sich ausschließlich an Volljährige. E-Zigaretten sind nicht risikofrei. Nikotin macht stark abhängig. Nichtrauchern wird die Verwendung nicht empfohlen.
Direkte Antwort: Eine Vape-Verpackung wird am zuverlässigsten in dieser Reihenfolge gelesen: vollständige Produkt- und Variantenkennung, Nikotingehalt in mg/ml, Flüssigkeitsvolumen, Zutaten, Chargen- oder Losnummer, Warnhinweis, Gebrauchsinformation sowie Hersteller- oder Importeurkontakt. Shopname, Produktfoto oder eine große Zugzahl ersetzen diese Angaben nicht.
60-Sekunden-Check für eine Vape-Verpackung
- Vorderseite: Marke, vollständigen Modellnamen und Variante notieren.
- Seitenflächen: Nikotin in mg/ml, Liquidmenge und Zutaten suchen.
- Unter- oder Rückseite: Charge/Los, Hersteller, Importeur oder verantwortliche Kontaktstelle prüfen.
- Warnhinweis: Vorhandensein, Sprache und Lesbarkeit kontrollieren.
- Beipackzettel: Anwendung, Lagerung, Gegenanzeigen und Sicherheitsinformationen abgleichen.
Fehlt eine Kernangabe oder widersprechen sich Karton, Gerät und Beipackzettel, sollte nicht geraten werden. Fotos der nicht sensiblen Angaben und die SKU können dem Händler oder Hersteller zur Klärung vorgelegt werden.
Welche Angaben verlangt die deutsche Kennzeichnung?
Für elektronische Zigaretten und Nachfüllbehälter nennt § 27 Tabakerzeugnisverordnung unter anderem ein Verzeichnis der Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils, den Nikotingehalt und die Nikotinabgabe pro Dosis, eine Chargen- oder Losnummer sowie einen Hinweis zur Aufbewahrung außerhalb der Reichweite von Kindern und Jugendlichen.
Bei nikotinhaltigen Produkten ist außerdem ein gesetzlicher Nikotin-Warnhinweis auf den beiden größten Verpackungsflächen vorgesehen. Die Vorschrift regelt auch seine Platzierung und Größe. Eine andere Sprache, ein winziger Aufdruck oder ein bloßer Aufkleber an beliebiger Stelle sollte deshalb nicht ohne weitere Prüfung als ausreichende deutsche Kennzeichnung behandelt werden.
Nikotinangabe: mg/ml vor Prozentwert
Die Einheit mg/ml nennt Milligramm Nikotin pro Milliliter Flüssigkeit. Ein Prozentwert ist nur dann eindeutig umrechenbar, wenn seine Bezugsgrundlage feststeht. Daher sollte immer nach der direkten mg/ml-Angabe gesucht werden. Eine Geschmacksbezeichnung, Farbe oder Modellnummer sagt nichts über die Konzentration aus.
Für nikotinhaltige zu verdampfende Flüssigkeit nennt § 14 Tabakerzeugnisgesetz höchstens 20 mg/ml. Derselbe Paragraph nennt für nikotinhaltige Einweg-E-Zigaretten und Einwegkartuschen ein maximales Volumen von 2 ml sowie für Nachfüllbehälter höchstens 10 ml. Internationale Katalogangaben oberhalb dieser Werte beweisen keine deutsche Verkehrsfähigkeit.
Die mathematische Abgrenzung von 2 %, 3 % und 5 % steht im gesonderten Beitrag Nikotin-Prozent und mg/ml.
Zutatenliste, Charge und verantwortliche Stelle
| Feld | Frage | Warum relevant? |
|---|---|---|
| Inhaltsstoffe | Was ist in der Flüssigkeit aufgeführt? | Zuordnung der deklarierten Bestandteile |
| mg/ml | Welche Nikotinkonzentration ist angegeben? | klare Konzentration statt bloßem Prozentfeld |
| Charge / Los | Welcher Produktionslauf ist zugeordnet? | Rückverfolgbarkeit bei Rückfrage oder Rückruf |
| Hersteller / Importeur | Wer ist als Kontakt genannt? | verantwortliche Anlaufstelle für die konkrete Marktversion |
| Volumen | Wie viele ml werden genannt? | Liquidmenge, nicht Reichweite oder Akku |
| Warnhinweis | Ist der Nikotin- und Jugendschutzhinweis lesbar? | Risiko- und Zielgruppeninformation |
Die Chargen- oder Losnummer ist nicht dasselbe wie eine Artikelnummer, ein EAN-Code oder ein Echtheitscode. Ein QR-Code kann zu einer Marken- oder Prüfseite führen, ersetzt aber weder Charge noch gesetzliche Kennzeichnung. Codes sollten nur auf einer überprüften Domain eingegeben und nie öffentlich geteilt werden.
Was muss die Gebrauchsinformation enthalten?
Nach § 26 Tabakerzeugnisverordnung gehört eine Gebrauchsinformation bei elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehältern dazu. Sie soll unter anderem Gebrauch und Lagerung, Gegenanzeigen, Warnhinweise für besondere Risikogruppen, mögliche nachteilige Auswirkungen, Sucht erzeugende Wirkung und toxikologische Angaben sowie Kontaktdaten des Herstellers oder Importeurs behandeln.
Die Information muss in deutscher Sprache, allgemein verständlich und gut lesbar sein. Ein Karton mit englischen Produktmerkmalen allein beantwortet diese Anforderungen nicht. Bei Geräten mit Ladefunktion sollten zusätzlich die vorgesehenen Ladebedingungen und der sichere Umgang mit dem Akku nachvollziehbar sein; CRTD fasst Grundregeln unter Produktsicherheit zusammen.
Modellname, K-Zahl und Zugzahl richtig trennen
Bei FUMOT- und QQ-BANG-Modellen können auffällige Zahlen Bestandteil des Produktnamens sein, etwa „15000“, „80K“ oder „180K“. Solche Bezeichnungen sind zunächst Modell- oder Anbieterangaben. Sie sind keine gesetzliche Einheit und ohne offengelegtes Testprotokoll keine garantierte Reichweite.
Auch technische Symbole auf dem Gerät dürfen nicht mit Verpackungswerten verwechselt werden: Ein Display-Prozent kann den geschätzten Akku- oder Liquidstand meinen, während „2 %“ auf dem Karton möglicherweise eine Nikotinvariante bezeichnet. Der Ratgeber Vape-Display-Symbole ordnet diese Anzeigen separat ein; ml, mAh und Züge vergleichen trennt die Messgrößen.
Warnzeichen für eine unklare Marktversion
- Modellname oder Variante unterscheiden sich zwischen Gerät, Karton und Shop.
- Es gibt nur einen Prozentwert, aber keine klare mg/ml-Angabe.
- Liquidmenge oder Nikotinstärke widersprechen der behaupteten deutschen Ausführung.
- Charge, Hersteller- oder Importeurkontakt sind nicht auffindbar.
- Beipackzettel und wesentliche Informationen liegen nicht verständlich auf Deutsch vor.
- Ein QR-Code leitet auf eine unbekannte oder abweichend geschriebene Domain.
Keines dieser Merkmale beweist allein eine Fälschung. Sie sind Gründe für eine vertiefte Prüfung. Bei Sicherheitsbedenken Gerät nicht öffnen oder weiterladen; bei starker Erwärmung hilft der Hinweis Vape beschädigt oder ungewöhnlich heiß.
Quellen und Datenstand
Stand 31. August 2026. Primärquellen sind § 26 Tabakerzeugnisverordnung, § 27 Tabakerzeugnisverordnung, § 14 Tabakerzeugnisgesetz und die Übersicht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Dieser Überblick ersetzt keine rechtliche Einzelfallprüfung.
Häufige Fragen zur Vape-Verpackung
Welche Nikotinangabe ist am eindeutigsten?
Die direkte Angabe in mg/ml ist eindeutiger als ein Prozentwert ohne Bezugsgrundlage. Die konkrete Verpackung und Gebrauchsinformation sind maßgeblich.
Ist eine Zugzahl auf der Verpackung garantiert?
Nein. Ohne offengelegtes, reproduzierbares Prüfverfahren ist sie eine Anbieterangabe; Zugdauer, Gerätesteuerung und weitere Faktoren verändern das Ergebnis.
Wozu dient die Chargen- oder Losnummer?
Sie ordnet eine Einheit einem Produktionslauf zu und unterstützt Rückverfolgbarkeit bei Rückfragen, Qualitätsmeldungen oder Rückrufen.
Beweist ein QR-Code die Echtheit?
Nicht allein. Ziel-Domain, Modellangaben, Charge, Kennzeichnung und verantwortliche Stelle müssen zusammen geprüft werden.

